Sicher im Gelände

Ich fahr gern Auto. Und eigentlich – ich weiß nicht, ob es sich ge-ziemt dies in einer Autofachzeitschrift von sich zu geben – fahr ich sehr gemütlich. Ich bin kein Raser, sondern ein Gleiter. Quasi ein Warmduscher unter den Fahrzeugnutzern.
Nun das war und ist aber nicht immer so. Ein Klient hat mich mal zu einem Probefahren eingeladen. Keinem gewöhnlichen –„ach wie toll ist es Cabrio zu fahren“ -, sondern einem „lasst uns in Schlamm und Dreck wühlen“- Test verschiedner Geländewägen im Gelände.
Bergauf, bergab, über Stock und Stein, durch Schlamm und Wasser durfte Ihr Kolumnist verschiedenste Geländewägen lenken. Begleitet nur durch einen Instruktor des Autohändlers, der meinen Hang zum Ex-trem bremsen musste.
Und was hat denn das alles mit Recht zu tun?
Schnell geschrieben: Viel.
Haben Sie sich schon einmal überlegt, wie es denn ganz allgemein so aussieht, wenn Sie eine Probefahrt machen? Wenn Sie plötzlich in Au-tos sitzen, die unter der Motorhaube mehr Pferde verstecken als die k.u.k. – Armee in den besten Tagen. Wer haftet, wenn Sie dieses Auto zerstören? Das war bis vor kurzem gar nicht so klar.
In der Zwischenzeit scheint aber der Oberste Gerichtshof hier eine klare Linie gefunden zu haben, und wir wilde Meute der Probefahrer können durchatmen.
Der OGH meinte nämlich, dass es eigentlich von einem Autohändler sehr vernünftig wäre, wenn er die Autos, die er zur Probefahrt frei-gibt, vollkaskoversichert. Und weil dies so vernünftig ist, können wir – vielleicht weniger vernünftigen – Probefahrer davon ausgehen, dass die von uns erprobten Autos auch vollen Versicherungsschutz ge-nießen. Ist doch gut, oder?
Und gilt das auch für die Schlammexzesse in Schottergruben? Ja, tut es. Nur ist es doch ein bisserl anders. Wenn Sie sich nun hemmungs-los dem Geländevergnügen hingeben, haben Sie in der Regel jemanden neben sich sitzen, der Ihnen die Grenzen des Erlaubten aufzeigt. Zu Beginn, und ich weiß es aus eigener Erfahrung, muss er Sie zwar auf-fordern, doch ein wenig wagemutiger zu sein. Nach ein paar Runden aber, wird er Sie zügeln müssen, weil Sie doch die Grenzen ausloten wollen.
Und eines ist klar, passiert dann etwas, was nur deshalb geschehen konnte, weil Sie sich bewusst über die Vorgaben hinwegsetzten, kann Sie das – ungeachtet der Vollkaskoversicherung – einiges kosten. Bei vorsätzlicher Missachtung kann sich die Versicherung regressieren.
Und die etwaigen Insassen, die Sie verletzen, haben sowieso die Mög-lichkeit sich bei Ihnen schadlos zu halten, mit oder ohne Vorsatz.
Während Sie letzterem Problem dadurch entgehen, in dem Sie einfach niemanden mitfahren lassen, verlangt ersteres doch Selbstdisziplin. Schadet aber letztlich auch nicht, oder?

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